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Praxis Daoxin
Eduard- Rosenthal- Straße 25a
99423 Weimar

Kursus: dasRad des Lebens

Veranstaltung
Für diese Veranstaltung gibt es z.Z. keine Termine.

Dieser Kurs ist neben der Praxis unter anderem die Untersuchung und der Versuch,
die Themen, um die das Rad des Lebens kreist, zu heben und zu würdigen, in dem man sie an den Platz des Lichtes bringt, von dem aus sie unser in-der-Welt und Mensch-sein 'sinnhaft' erhellen


Im Jahresverlauf stellen die 12 Monate symbolisch die verschiedenen Entwicklungsstadien des Menschen dar. Dies sowohl auf körperlicher, als auch auf geistig- seelischer Ebene.
Auf der körperlichen Ebene spiegeln sie die Aktivitäten und Qualitäten und auf der geistig-seelischen Ebene die Bewußtseinsentwicklung des Menschen. Jeder Monat korrespondiert hierbei in energetischer Sicht mit einem der 12 Organe. 
Jeder Monat birgt also in sich eine Qualität, die auch das jeweilige Organ charakterisiert und sich im Menschen als Vermögen in Bezug auf seine körperliche Fähigkeit und Fertigkeit, seelisch- geistige Anlagen und seine Bewußtseinsbereiche ausdrückt.
Das bedeutet, dass die Bewegung und das Wandelnde in der erscheinenden Natur, das was die Energetik und die Ästhetik der Monate in ihrer Gesetzlichkeit bestimmt, korrespondiert mit der Entwicklung des Menschen insgesamt und im allgemeinen, besonders aber auch in Bezug auf die Art und Weise des Bewußtseins im Menschen, seine vorgestellten Anschauungen zu aufmerksam zu fassen, in einen Bewusstseinszusammenhang einzuordnen, zu bearbeiten, und zu verarbeiten. 
Insofern weist die Natur in ihren Erscheinungen dem menschlichen Bewußtsein den Weg seiner Bestimmung: die Entwicklung des Bewußtseins ist maßgeblich für die Entwicklung des Menschen und damit in Bezug auf seinen Weg, seine Bestimmung zu entdecken und ihr zu folgen.

Im Kreislauf des Erscheinenden und immerwährend Neu-und Wiedererscheinens wird das Bewußtsein gestimmt auf das Unmittelbare, also 'grundlose' Erscheinen der Dinge und das wieder Abtauchen in diese 'grundlose Dimension' ihres Hervorkommens. 
Und in dieser Stimmung erkennt das Bewußtsein, daß seine Freiheit nicht darin besteht, sich in seinem Wollen auf die Gegenstände, das Gegenständliche der Welt zu beziehen, auf ihr zwar formbares aber letztlich unhaltbares Dasein.
Die Freiheit des Menschen besteht in seiner Wahlmöglichkeit: jedoch die freie Wahl bezieht sich immer nur auf ein Handeln des Menschen im ethischen Bewußtsein: nur im ethischen Verhalten bzw. in der ethischen Frage: "soll ich oder soll ich nicht?" liegt die freie Wahl des Menschen. 
Denn in seinem Bezug auf die materielle, gegenständliche Welt ist der Mensch immer nur von Interessen geleitet, wo jedes Denken und Handeln also einen Grund hat, eine Ursache, also eine Bedingtheit, also nicht frei ist. Eine Wahl nach Vorliebe und Abneigung u.s.w. in der gegenständlichen Welt ist deshalb nie frei, weswegen die Wahl im Modus des Verlangens weder die Freiheit des Menschen anzeigt, noch dass er sie auf solchem Wege je im Materiellen erreichen kann.
Vielmehr verfehlt der Mensch seine Freiheit in einem solchen Begehren und damit sich selbst.
Letztlich liegt in der Wahl des Menschen die Entscheidung:  diene ich dem Einen, dem ich unmittelbar entspringe, dem Einen, das alles in sich vereint, in dem alle eins sind und die Einheit von allen, der Welt, garantiert... oder diene ich nicht- und genau auch hier liegt die Vorbild-Funktion der Natur! Ihre absolute Determiniertheit zeigt ihr absolutes Dienen an!  
Die Einsicht in die Einheit, also das alles und alle eins sind, zu dieser Einsicht ist der Mensch fähig. Das hängt aber eben ab von der Entwicklung seines Bewußtseins. Unser Bewußtsein wird von der Natur in ihrer unumstößlichen Gesetzlichkeit geleitet, geführt: sie ist unser Lehrer und das Paradox ist, das die absolute Determiniertheit der Natur uns zur absoluten Freiheit des Geistes, was die Entwicklung und das Leben im ethischen Bewußtsein ist, führt. Sie führt uns auf den Weg der Liebe dorthin. Genau das ist es, was der Mensch der Natur hinzufügt: das Dienen aus Liebe.
Dies ist der Ausweis eines vollendeten ethischen Bewußtseins, zu dem uns die Natur führt, zu dem sie die Matrix ist, an der sich dieses Bewußsein formt, um sich letztendlich in diesem so gebildeten Bewußtsein in die Dimension des Geistigen aufzulösen: aufgehoben im Spiegelblick eines anerkennenden, liebenden Bewußtseins.

Wie nun Natur, Umwelt, Organe und Bewußtsein zusammenhängen und gegenseitig aufeinander weisen und verweisen im grandiosen Sytem der alten chinesischen Denkwissenschaften, das untersuchen wir an vielen Beispielen in den jeweiligen Abschnitten. 
Landschaften, Sterne, Tiere, mythische Gestalten und Geschichten ... all dies fällt hier hinein, kommt zur Sprache und wird in seiner energtischen Qualität als dienender Teil des kosmischen Geschehens erkannt.
Nicht zuletzt arbeiten wir heraus, was die Bewußtseinsentwicklung, also die Entwicklung zum 'wahren Menschen', ZhenRen 真人, blockiert und in die Irre gehen läßt.
Wir arbeiten heraus, wie diese Irrwege aber genau die Wege sind, welche die karmischen Aufgaben, also das Arbeitsfeld des Menschen beschreiben.
Sie sind als Wege des Menschen das Dao 道  ('der Sinn': R. Wilhelm) des Menschen, in dem sie dem Menschen auf diesen Wegen genau die Erfahrung vermitteln, die ihn anhaltend (durch Blockaden, Störungen, Krankheiten) dazu bestimmen, seine Bestimmtheiten (Ming 命) durchzuarbeiten hin zu seinem unbestimmten Grund, der ihn als freiheitliches, also sein ethisches Wesen, ausweist: freiheitlich, unbegründet, undeterminiert, aus sich selbst heraus (ZiRan 自然). 
ZiRan 自然: direkt aus dem Dao entsprungen, das sich in die weltliche Dimension gesetzt habende Dao 道 ('der Weg')
Nun, das hört sich vielleicht etwas theoretisch an, hat aber große Relevanz für die Qigong-Praxis.
Die Natur und ihre energetischen Qualitäten haben im Menschen ihre Stellvertretung als Organe und Organsystem. Der menschliche Organismus ist als funktionierender Körper zuerst einmal vollkommen Natur und jedes Organ ist Träger einer energetischen Qualität der Natur, wie sie sich insgesamt und im jeweiligen Monat zeigt: also im Makrokosmos. Der Mensch ist als Naturwesen also ein Mikrokosmos, im Sinne eines Fraktales, des Makrokosmos Welt, mit dem er intensiv vernetzt ist und im Grunde eins ist.
Die Organe sind über die Meridiane und Akupunktupunkte direkt angebunden an das sie nährende makrokosmischen System. 
Defizite und Störungen sind immer Manifestationen durch das nicht mit der Natur in eins gehende Bewußtsein. Durch das QiGong nehmen wir wissentlich oder unwissentlich immer auf diese Verhältnisse Bezug: Punkte und Meridiane werden in den verschiedenen Bewegungen angesprochen und stellen wieder den Kraftstrom des leidenden, defizitären Bereichs her. Dadurch wird der Organismus gestärkt.
Weiterhin können Bewußtseinsinhalte auftauchen, die auf das Thema, oder manchmal sogar auf das Vorhandensein einer Störung überhaupt, aufmerksam machen. Und durch den Ort der Schwäche- körperlich, psychisch oder mental- bekommen wir Aufschluß über den gestörten Funktionskreis und die damit verbundene Bewußtseins'störung'.
Jedes Organ, wie jeder Monat, enthält also in sich den Samen einer bestimmten ethischen Qualität, die sich im entwickelten Zustand einer Bewußtseinseinstellung offenbart: das Kennzeichen der entwickelten Qualität ist das Einverständnis mit allem was ist. 

Jedes Organ, wie jeder Monat, enthält also in sich den Samen einer bestimmten Bewußtseinseinstellung, der im entwickelten Zustand eine ethische Qualität offenbart, die in ihrer Unbedingtheit das freiheitliche Wesen des Menschen bezeugt, das Wesen, das sich in den Qualitäten Güte, Empathie, Rechtschaffenheit, Weisheit, im Dienen, in der andächtigen Kommunikation mit dem Unbeschränkten ...zeigt: die Tugenden sind das Spiegelgefäß des Herzens in das das Ich, als spiegelgleich sich selbst als seinen Urgrund (er)kennend, eintauchend aufgeht: als eins im Alleinen.
Das Rad des Lebens ist der Weg der Bestimmumg und als Rad des Leidens ist es der Weg der Freiheit.